Achtung Sonne!
„...aber bitte mit Brille“!
In diesen Wochen pilgern Karawanen von Menschen der Sonne entgegen. Viele von Ihnen sind sich der Gefahren von Augenschäden durch direkte Sonneneinwirkung nicht bewusst.
Gelangen zu viele Sonnenstrahlen in unsere Augen, werden wir in Form von gesteigertem Blendungsempfinden alarmiert. Die Pupille verengt sich, wir kneifen die Augen zusammen und wenden das Gesicht automatisch von der Sonne ab. Viele wissen nicht, dass das Licht für den Menschen unsichtbare Strahlen enthält, welche das Auge schädigen. Nicht nur der Haut, sondern auch unseren Augen muss ein ausreichender Schutz geboten werden, um sonnenbedingte Spätfolgen verhindern zu können.
kein Licht ohne Schatten
Während UVC-Strahlen fast zur Gänze von der Ozonschicht geblockt werden, dringen UVA-Strahlen und UVB-Strahlen ungehindert an die Erdoberfläche. Sie sind die Hauptverursacher von Hautalterung mit Faltenbildung, Sonnenbrand, Hautkrebs und Augenschädigungen. Doch nicht nur unsichtbares Sonnenlicht kann für das Auge schädlich sein. Das sichtbare, ebenso energiereiche Blaulicht kann bei hoher Intensität langfristig zu Erkrankungen der Netzhaut, wie z.B. der altersbezogenen Netzhautdegeneration führen.
zuviel Sonnenlicht: Gift für unsere Augen?
Zu den Augenerkrankungen, die durch übermäßige UV-Strahlung verursacht werden, gehören Entzündungen der Hornhaut sowie der Bindehaut und das so genannte Flügelfell, eine Gewebewucherung im Lidspaltenbereich. Auch die Entstehung von Tumoren und der altersabhängigen Netzhautschädigung sollen damit in Zusammenhang stehen. Die weitaus häufigste Spätfolge einer langjährigen starken Sonnenbelastung des Auges ist die Trübung der Augenlinse, der so genannte Graue Star, welcher weltweit die häufigste Ursache für Sehbehinderung und Erblindung darstellt. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund 20% der Erblindungen auf eine Augenschädigung durch UV-Licht zurück zu führen. Durch die zunehmende Zerstörung der Ozonschicht werden diese Zahlen wohl weiter ansteigen. Zur Behandlung des Grauen Stars wird die körpereigene Augenlinse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Gerade nach einer Star-Operation ist es wichtig, die Netzhaut vor schädlichem UV- und Blaulicht und damit vor der möglichen Entstehung einer altersbezogenen Netzhautdegeneration zu schützen. Grundsätzlich bieten alle verfügbaren Kunstlinsen einen UV-Schutz. Wahlweise kann jedoch auch eine gelbe Kunstlinse implantiert werden, die im Auge als Blaulichtfilter wirkt, und so lichtbedingten Netzhautschäden vorbeugt. Der Netzhaut-Stoffwechsel kann ebenso durch die regelmäßige Einnahme luteinhaltiger Nahrungsergänzungs-mittel unterstützt werden. Sie wirken als „Sonnenschutz von innen“.
Sonnenschutz auch an bewölkten Tagen?
Die Intensität des Sonnenlichts variiert stark und ist sowohl abhängig von der Tages- und Jahreszeit, als auch von der geographischen Breite und Höhenlage. Durch einen weit verbreiteten modernen Lebensstil – man fährt auf Urlaub ans Meer oder in die Berge und genießt die Sonne in vollen Zügen – spielt das Wissen um einen geeigneten Sonnenschutz zunehmend eine große Rolle. Denn spiegelnde Wasseroberflächen und weiße Schneefelder reflektieren die Sonnenstrahlen besonders und führen daher zu einer hohen UV-Belastung. Auch an trüben, nebeligen und bewölkten Tagen gelangt eine ungeahnt große Menge an UV-Licht in unsere Augen. Ob beim Sport, Autofahren, Spazierengehen oder mäßigen Sonnenbaden; Sonnenstrahlen sind allgegenwärtig und das Tragen einer Sonnenbrille mit perfektem UV- und Blaulichtfilter daher auch im Alltag anzuraten.
Sonnenschutz für Haut und Auge ist gerade bei Kindern wichtig!
Die Pigmente, welche als Eigenschutz der Augen dienen, bilden sich erst im Laufe der Kindheit und frühen Jugend. Kinderaugen reagieren auf UV-Strahlung besonders empfindlich, da die Augenlinse noch viel klarer und lichtdurchlässiger ist, als die eines Erwachsenen. Schädliches UV-Licht gelangt in einer viel höheren Dosis auf die Netzhaut. Es ist wichtig, dass Eltern für einen ausreichenden Sonnenschutz ihrer Kinder sorgen, um Spätfolgen der UV-Strahlung zu verhindern. Mit robusten Sonnenbrillen aus bruchsicherem Kunststoff sind die Kleinen auch beim Herumtollen im Freien gut geschützt. Der Großteil der lebenslangen Gesamtsonneneinstrahlung auf Linse und Netzhaut erfolgt schon im Schulalter. Entsprechende Aufklärung, z.B. in der Schule, und ein beispielhaftes Verhalten der Eltern kann die Einstellung der Kinder und Jugendlichen zum Thema Sonnenschutz hierbei bedeutsam prägen. Für helle Hauttypen mit hellen Augen ist ein optimaler Sonnenschutz besonders wichtig. Dunkelhäutige mit dunklen Augen hingegen haben zwar eine längere Eigenschutzzeit, dennoch sind auch sie nicht ausreichend vor Spätfolgen durch eine intensive Sonneneinstrahlung geschützt.
mit dem richtigen UV-Schutz kann nichts ins Auge gehen...
...und das Risiko einer Augenerkrankung deutlich minimiert werden. Durch das Tragen einer geeigneten Sonnenbrille kann der Großteil des schädlichen ultravioletten Lichts absorbiert werden. Bei getönten Gläsern, die UVA- und UVB-Strahlen nicht 100%ig filtern können, ist jedoch Vorsicht geboten: Durch die dunklen Gläser erweitert sich die Pupille, sodass ein viel größerer Anteil der UV-Strahlung in das Auge dringen kann. Eine gute Sonnenbrille absorbiert das unsichtbare Sonnenlicht zu 100% und bietet durch einen zusätzlichen seitlichen Filter ausreichenden Schutz für unsere Augen. Die Tönung der Gläser kann je nach Verwendungszweck in verschiedenen Farben gewählt werden, dennoch sind Grau- und Brauntöne in der Regel zu empfehlen. Eine möglichst natürliche Farb- und Kontrastwahrnehmung, sowie eine effektive Reduktion der Blendung durch hochwertige, z.B. polarisierende Brillengläser sind für ein entspanntes und angenehmes Sehen mit der Sonnenbrille wichtig. Wichtig bleibt jedoch zu beachten, dass das Tragen von Sonnenbrillen mit (stark) getönten Gläsern beim Autofahren in der Nacht gefährlich ist.
Graz/Wien/Innsbruck, am 3. Juli 2007


