Der Aufbau des Auges

Das Auge ist ein äußerst komplexes Organ, das dem Menschen den wichtigsten Sinn, das Sehen, ermöglicht. Um die Funktionsweise und den Aufbau für den Laien verständlich zu erklären, werden folgend die wichtigsten Schichten kurz dargestellt. Es handelt sich dabei um keine vollständige Abhandlung sondern lediglich um Grundzüge der Anatomie des Auges.

Das Auge besteht aus dem kugelförmigen Augapfel (Bulbus oculi), mit ca. 23 mm Durchmesser, und dem Sehnerv (Nervus opticus). Als seine Anhangsgebilde werden die Augenmuskeln, die Faszien (die bindegewebsartige Umhüllung) der Augenhöhle, die Augenlider, die Bindehaut (Konjunktiva) und der Tränenapparat bezeichnet. Das Sehorgan liegt in Fettgewebe eingebettet in der Augenhöhle (Orbita).

Anatomische Strukturen

Kornea (Hornhaut):

Die gesunde Hornhaut ist durchsichtig, mit glatter, spiegelnder Oberfläche, und enthält normalerweise keine Gefäße. Der freiliegende Teil der Kornea wird ständig vom Tränenfilm benetzt, die Innenseite vom Kammerwasser der vorderen Augenkammer.

Augenlinse

Die Augenlinse ist bikonvex (d. h. auf beiden Seiten nach außen gewölbt) und transparent. Vorne berührt sie den Pupillenrand der Iris und an der Rückseite grenzt sie den Glaskörperraum ab. Sie besteht aus der Linsenkapsel, der Linsenrinde und dem zentralen Linsenkern. Als Aufhängeapparat dienen die so genannten Zonulafasern.

Iris (Regenbogenhaut)

Die Regenbogenhaut oder Iris ist jener Teil der mittleren Augenhaut, der die Augenfarbe bestimmt. In ihrer Mitte befindet sich ein natürliches, schwarz erscheinendes Sehloch, die Pupille. Mit Hilfe des Irismuskels kann dieses verengt oder erweitert werden. Ist es hell, zieht sich die Iris zusammen, ist es dunkel weitet sie sich, damit mehr Licht aufgenommen werden kann.

Retina (Netzhaut)

Die Netzhaut oder Retina ist ein dünnes, zellophanartiges Häutchen, das zwei Drittel des Augapfelinneren bedeckt. Auf ihr treffen die durch die Linse gebrochenen Lichtstrahlen auf und projizieren ein – auf den Kopf gestelltes – Abbild des Betrachteten. Ihre vordere Begrenzung ist eine Linie mit Buchten und Vorsprüngen, die Ora serrata. Nur hier und an der Durchtrittsstelle für den Sehnerv ist die Netzhaut fest mit ihrer Unterlage verbunden.

Makula

Die Makula ist eine grubenförmige Vertiefung in der hinteren Netzhaut. Sie liegt schläfenwärts (temporal) am Sehnerv. Da sie, im Gegensatz zur übrigen Netzhaut, nicht rötlich sondern gelb erscheint, spricht man auch vom gelben Fleck. In der Mitte der Makula befindet sich die Sehgrube (Fovea) mit dem Sehgrübchen (Foveola), das die Stelle des schärfsten Sehens darstellt.

Nervus opticus (Sehnerv)

Die Nervenfasern der Netzhaut vereinigen sich am Sehnervenkopf zum Sehnerv (Nervus opticus), der die Informationen an das Gehirn weiterleitet. Der Sehnervenkopf (Papille) ist oval und ungefähr 1,5 mm breit. In dem Bereich fehlen die Sinneszellen, weshalb mit diesem „blinden Fleck“ nicht gesehen werden kann. Das Gehirn gleicht diesen „Informationsmangel“ jedoch aus, wodurch wir diesen Fehler im Abbild nicht bewusst wahrnehmen.