Augenhintergrund-Untersuchung
"Weittropfen" der Pupille
Um sowohl die Linse in vollem Umfang, den Glaskörper sowie auch die hinteren Augenabschnitte wie Sehnerv, Netzhaut und Macula beurteilen zu können, aber auch zur Feststellung des wahren Brechkraftfehlers muss die Anspannfähigkeit der Linse außer Kraft gesetzt werden. Auch für die Pupillenöffnung sind die Tropfen wichtig. Fällt Licht aufs Auge, schließt sich die Pupille, so wie sie sich im Dunkeln weit öffnet.
Mit Hilfe von bestimmten Tropfen (Mydriatikum) wird die Pupille "weit getropft". Solange das Mittel zur Pupillenerweiterung wirkt, ist das Sehen oft unscharf und die Blendempfindlichkeit der Augen erhöht.
Wir weisen Sie bei der entsprechenden Terminvereinbarung bereits auf die Problematik hin und empfehlen, an diesem Tag das eigene Auto zumindest zwei bis drei Stunden nach der Untersuchung stehen zu lassen und eine Sonnenbrille zum Schutz der Augen mitzubringen.
Augenhintergrund-Untersuchung
Bei der Untersuchung des Augenhintergrundes (Ophthalmoskopie) wird die innere Oberfläche des Augapfels betrachtet. Mit ihr können Veränderungen an der Netzhaut, den Netzhautgefäßen, dem Sehnerv und auch der Aderhaut festgestellt werden. Bei Fehlsichtigen sollte dies auch bei einem Normalbefund mindestens einmal jährlich erfolgen.
Zur Untersuchung des Augenhintergrundes gibt es zwei Techniken: die direkte und die indirekte Ophthalmoskopie. Bei beiden Formen wird mit einem Vergrößerungsglas durch die "weit getropfte" Pupille hindurch in das Innere des Auges geschaut. Das Auge wird mit einer Lichtquelle erhellt.
Bei der direkten Ophthalmoskopie wird das Licht des Augenspiegels so in das Patientenauge gelenkt, dass der Augenarzt in das Innere blicken kann, ohne dabei geblendet zu werden. Der Arzt geht mit dem Augenspiegel möglichst nahe an das Patientenauge heran. Er kann nun durch verschiedene Linsen blicken und sieht ein aufrechtes Bild in etwa 16-facher Vergrößerung. Diese Methode ist relativ einfach, zeigt aber auf Grund der starken Vergrößerung nur einen kleinen zentralen Ausschnitt der Netzhaut.
Bei der indirekten Ophthalmoskopie, der Augenhintergrund-Untersuchung im umgekehrten Bild, wird vom Augenarzt eine Lupe in ca. 13 Zentimeter Entfernung mit ausgestrecktem Arm vor das Auge des Patienten gehalten. Die Hand, mit der die Lupe gehalten wird, wird an der Stirn des Patienten abgestützt. In der anderen Hand wird eine Lichtquelle gehalten. Der Vorteil dieser schwierigen Methode gegenüber der direkten Untersuchung ist die größere Übersicht, nachteilig ist allerdings die kleinere Abbildung.
Apparative Untersuchungen der Netz- und Aderhaut sind zum Beispiel die Fluoreszenzangiographie, die Fotodokumentation, die Nervenfaserdichtemessung, die optische Cohärenztomographie und vieles anderes mehr. Sie werden an anderen Stellen beschrieben.


