Grüner Star

Allgemeine Information

Was ist ein Grüner Star, auch Glaukom genannt?

In der Regel bezeichnet man eine Erkrankung, bei welcher ein erhöhter Augeninnendruck zu einer Schädigung des Sehnerven führt, als "Glaukom" oder "grünen Star". Meist ist ein erhöhter Augeninnendruck die unmittelbare Ursache für einen grünen Star.

Da der erhöhte Augendruck nicht schmerzhaft ist, merkt der Patient den Schaden erst, wenn das zentrale Sehvermögen abfällt. In diesem fortgeschrittenen Stadium sind bereits 90% der Sehnervenfasern irreparabel zerstört. Das Ergebnis sind große Gesichtsfeldausfälle (in bestimmte Richtungen erkennt man nichts mehr) oder sogar völlige Erblindung. 10-25% aller Erblindungen sind durch den Grünen Star (der Fachausdruck lautet: Glaukom) hervorgerufen.

Häufig kommt aber auch der grüne Star "ohne erhöhten Augeninnendruck" vor. Neben erhöhten Augeninnendruckwerten spielen offenbar auch andere Faktoren, wie etwa eine schlechte Durchblutung des Sehnerven, bei der Entstehung des Glaukoms eine wichtige Rolle.

Die Augeninnendruckmessung ist und bleibt daher zwar noch die wichtigste Untersuchung, um einen grünen Star zu diagnostizieren bzw. auszuschliessen, die Untersuchung des Sehnerven (Augenhintergrund !) und die Gesichtsfelduntersuchung sind im Zusammenhang mit der Vorsorge- und Verlaufsdiagnostik des grünen Stars jedoch von herausragender Bedeutung

li: Normales Gesichtsfeld
re: Gesichtsfeld mit fortgeschrittenen Ausfällen

Wie hoch ist der normale Augendruck?

Der Augendruck wird in “Millimeter Quecksilbersäule” (mmHg) gemessen, einer heute kaum mehr gebräuchlichen Meßeinheit. “Normal” ist er zwischen 10 und 22 mmHg. Wobei “normal” relativ ist, denn es gibt auch Patienten, die darüber liegen und keine Schäden haben (okuläre Hypertension) während andere, die im Normbereich liegen, Schäden aufweisen (low-tension-Glaukom).

Welche Rolle spielt die Durchblutung des Auges?

Im heutigen Verständnis des Glaukoms und der Therapie der Krankheit werden insbesondere vaskulären Faktoren, also Umständen, die mit der Durchblutung des Auges zusammenhängen, eine hohe Bedeutung zugemessen. Werden Zellen der Netzhaut vermindert durchblutet und somit nicht ihrem Bedarf angemessen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, sterben diese Zellen ab: Es entstehen Ausfälle im Gesichtsfeld.
Ziel der medikamentösen Glaukomtherapie ist es deshalb, den erhöhten Augeninnendruck zu senken und gleichzeitig eine Verbesserung der Durchblutung des Sehnerven und der Netzhaut zu bewirken.

Welche Gefahren bestehen ohne Behandlung?

Ohne Behandlung wird der Sehnerv langfristig beschädigt. Dies führt zu Gesichtsfeldausfällen und einer massiven Minderung der Sehschärfe bis hin zur völligen Erblindung. Einmal entstandene glaukombedingte Schäden sind nicht mehr rückbildungsfähig. Eine konsequente und rechtzeitige Senkung des Augeninnendruckes ist daher unbedingt notwendig.