Herpes
Die Herpesinfektion am Auge ist eine chronische Erkrankung, die zu erheblichen Schädigungen des vorderen Augenabschnittes führen kann. Häufig sind nur die Lider oder auch die Bindehaut betroffen. In seltenen Fällen kann der Herpes jedoch auch Entzündungen der Hornhaut hervorrufen.
Bleibt die Entzündung nur auf die oberflächlichen Schichten der Hornhaut beschränkt, so kann der Herpes wieder folgenlos abheilen. Der Augenarzt sieht dann eine typische bäumchenartige Verzweigung einer Hornhautveränderung, die Keratitis dendritica.
In ungünstigen Fällen kann sich jedoch eine sehr tief liegende Entzündung der Hornhaut entwickeln, die sehr leicht in ein chronisches Stadium übergehen kann mit tiefer Gefäßeinsprossung in die Hornhaut und der Ausbildung von Narben und Entzündungsherden in der Hornhaut. In solchen Stadien kann die Durchführung einer Hornhauttransplantation erforderlich werden.
Durch Medikamente wie z.B. Aciclovir ist die Erkrankung in den meisten Fällen erfolgreich zu behandeln. Eine unkritische Gabe von cortisonhaltigen Augentropfen kann allerdings auch zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes führen. Es ist deshalb unbedingt eine sachgerechte Behandlung durch den Augenarzt geboten. Nur er kann differenzieren zwischen einer harmlosen Bindehaut-Entzündung und einer gefährlichen Herpes-Erkrankung am Auge.
In Stadien der Abheilung kann die zusätzliche Gabe von Cortison-Tropfen jedoch auch hilfreich sein. Diese schwierige Entscheidung kann aber nur durch den erfahrenen Augenarzt getroffen werden.


