Schielen

Als Schielen bezeichnet man beständige oder immer wieder auftretende Fehlstellungen der Augen. Es gibt erworbene oder angeborene Formen und das Auge kann dabei nach innen, außen, oben, unten, verrollend oder auch kombiniert abweichen. Die Fehlstellung kann kosmetisch auffällig, aber auch unauffällig, einseitig oder wechselseitig sein. Viele der Schielpatienten weisen eine mittlere bis schwere Sehschwäche(Amblyopie) auf. Zudem besitzen etwa 4% der Betroffenen kein räumliches Sehen (Stereosehen).

Neugeborene sehen die Welt nur unscharf. Sie müssen erst "sehen lernen". Dieser Prozess beginnt in den ersten Lebensmonaten und ist etwa mit dem 6. bis 8. Lebensjahr weitgehend abgeschlossen. Grundvoraussetzung für eine regelrechte "Sehentwicklung" ist eine optimale Stimulierung jedes einzelnen Auges.

Diese optimale Stimulation kann durch verschiedene Ursachen, so u.a. durch eine bestehende Schielstellung, gestört sein. Als Folge davon kann die Sehentwicklung eines oder beider Augen zurückbleiben, und die Augen können amblyop (schwachsichtig) werden. Wenn man bedenkt, dass wir etwa 80% aller Informationen aus der Umwelt mit den Augen aufnehmen und  eine verzögerte oder eingeschränkte Sehentwicklung auch zu einer verzögerten Allgemeinentwicklung eines Kindes führen kann, erkennt man die Bedeutung einer möglichst frühzeitigen Untersuchung und ggf. Einleitung einer adäquaten Therapie.

Je früher Schielen auftritt und je später dies vom Augenarzt behandelt wird, umso schwerwiegender kann eine mögliche Sehbeeinträchtigung sein.