FAQ zum Thema Behandlung von Grauem Star

Wie lange gibt es die Artisan/Artiflex - Linsen schon?

Der Vorläufer der Artisan-Linse wurde im Jahr 1978 vom Groninger Prof. Dr. Jan Worst auf den Markt gebracht. Diese wurde als "Worst Iris Claw lens" bezeichnet. Diese Linse wurde als Ersatz für die getrübte natürliche Linse bei Starpatienten verwendet. 
Die “Worst Iris Claw lens" wurde in hunderttausende Augen in der ganzen Welt implantiert. 
Im Jahr 1986 wurde zum ersten Mal eine Linse in ein Auge implantiert, um Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Die "natürliche Linse", die bei Starpatienten entfernt wird, wurde jedoch in diesem Auge belassen. Die Sache war erfolgreich. Im Jahr 1992 wurde eine Artisan-Linse für Weitsichtigkeit entwickelt und im Jahr 1999 kam eine Linse zur Korrektur von Zylinderabweichungen auf den Markt. Die faltbare Artisan-Linse, die Artiflex-Linse, erschien im Jahr 2005.

Was passiert, wenn sich die Sehstärke meiner Augen nach einer Artisan/Artiflex - Implantation verändert?

Wenn sich die Sehstärke der Augen nach einer Linsenimplantation stark ändert, kann man erwägen, die Linse auszutauschen. Geringe Stärkenänderungen kann man mit einer leichten Brille oder mit Kontaktlinsen korrigieren. 


Wann kann ich mein Krafttraining nach der Behandlung wieder aufnehmen?

Die Wundheilung dauert etwa 2–4 Wochen, je nach Linsenart. Nach Ablauf dieses Zeitraums können Sie das Training vorsichtig wieder aufnehmen, aber noch nicht bei vollem Kraftaufwand. Nach etwa 6 Wochen kann man den Sport wieder in gewohnter Weise fortsetzen. 


Sind die Artisan/Artiflex – Linsen im Auge sichtbar?

Die Sichtbarkeit ist geringer als diejenige von Kontaktlinsen. Nur wenn Sie einmal genau darauf achten und wenn das Licht in ganz spezieller Weise in das Auge fällt, kann man vage die Konturen der Linsen erkennen.

Kann die Linse unter Umständen vom Körper abgestoßen werden?

Die Artisan-Linse besteht aus PMMA, einem Kunststoff, der vom Körper vollkommen akzeptiert wird. Das hat sich gezeigt, als Piloten aus dem zweiten Weltkrieg jahrelang ohne Beschwerden mit einem Stück Plastik in den Augen lebten, das aus ihrem zerschossenen Cockpit stammte. 
Die Artiflex-Linse wird aus Silikon und PMMA hergestellt. Auch Silikon ist ein Material, das vom Körper angenommen wird. 


Ist die Behandlung schmerzhaft und beängstigend?

Nein, die meisten Patienten geben an, dass sie während der Behandlung überhaupt nichts gespürt haben. Die Betäubungsspritze vor der Behandlung spüren Sie nicht, weil Sie dann kurz schlafen. Dass Sie vor dem Eingriff etwas nervös sind ist normal.

Im Dunkeln haben meine Augen einen Pupillendurchmesser von mehr als 7 mm. Warum bin ich aus diesem Grund nicht für Artisan/Artiflex - Linsen geeignet?

Der optische Teil der Artisan/Artiflex - Linsen ist 6 mm groß. Bei größeren Pupillen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass im Dunkeln Blendeffekte und Lichtreise um Lichtpunkte (z.B. Lampen) herum sichtbar sind. Linsen mit einer Optik von 7 mm werden nicht hergestellt, weil diese Linsen zu groß sind, um sie unbedenklich ins Auge einsetzen zu können.

Bietet die Artisan/Artiflex - Linse auch Abhilfe bei Alterssichtigkeit?

Nein, die Artisan/Artiflex - Linsen bieten keine Abhilfe bei Alterssichtigkeit. Mit zunehmendem Alter nimmt die Akkommodationsfähigkeit (das Scharfstellen in die Nähe, die Linsenelastizität) der Augen ab. Die natürliche Linse kann sich nicht mehr gut genug krümmen, um die Bilder im Nahbereich scharf zu stellen. Die Alterssichtigkeit lässt sich mit einer Lesebrille (mit konvexen Linsen) korrigieren.

Wie finde ich heraus, ob ich geeignet bin für die Voruntersuchung?

Geeignete Kandidaten für die Voruntersuchung zeichnen sich durch die folgenden Eigenschaften aus:

  • Ihre Refraktionsabweichung (Brillenwert) liegt zwischen:

    • -1 Dioptrie bis –27 Dioptrien mit oder ohne Zylinderabweichung
    • +1 Dioptrie bis +9 Dioptrien mit oder ohne Zylinderabweichung

  • Sie haben einen Zylinder ( Hornhautverkrümmung) von 1–7.5 Dioptrien
  • Sie sind zwischen 18 und 60 Jahre alt
  • Bei guter Gesundheit
  • Die Refraktionsabweichung (Brillenwert)Ihrer Augen ist mindestens 1-2 Jahre lang unverändert geblieben
  • Sie sind nicht schwanger und stillen auch nicht
  • Sie haben keine Zweifel bezüglich der Behandlung


Was kostet mich ein Eingriff und zahlt die Krankenasse die Operation?

In der Regel zahlen die Krankenkassen die refraktiven Eingriffe nicht. In besonderen medizinischen Fällen wird ein Teil des Honorars zurückerstattet. Da nicht jeder Patient gleich ist, fällt auch der Preis für einen Eingriff nicht immer gleich aus. Während des ausführlichen Untersuchungstermins wird gemeinsam mit dem Patienten das Honorar festgelegt.

Wie gestalten sich der typische Verlauf einer Fehlsichtigkeitskorrektur mittels Implantation einer zusätzlichen Kunstlinse und der Heilungverlauf nach der Operation?

Zur Behandlung hoher Kurz- und Weitsichtigkeit gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, eine zusätzliche Kunstlinse in das Auge zu implantieren.
Die hierbei angewandte Operationsmethode ist vergleichbar mit der Kataraktoperation (Grauer Star). Bei der Kataraktoperation wird aber die erkrankte, trübe Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt.
Bei der im Anschluss vorgestellten Methode zur Korrektur von Myopie, Hyperopie oder Astigmatismus verbleibt die natürliche Linse, die ja nicht erkrankt ist, jedoch im Auge und die Kunstlinse wird zusätzlich implantiert. Eine Altersweitsichtigkeit, die in der Regel etwa ab dem 45. Lebensjahr auftritt, kann durch diese Operation nicht behoben werden.
Die wichtigsten aktuellen Verfahren für die Korrektur von Kurz- und Weitsichtigkeit durch eine zusätzliche Linsenimplantation sind:

  • ARTISAN-Linse:
    Die Kunstlinse wird an der Regenbogenhaut (Iris) fixiert.
  • Vorderkammer-Linse:
    Die Linse wird in die Vorderkammer des Auges eingeführt und im Kammerwinkel gestützt.
  • ICL oder ähnliche Systeme:
    Die künstliche Linse wird hinter die Iris geführt und schwimmt wie eine Kontaktlinse auf der Vorderfläche der eigenen Linse.

Die operativen Zugänge am Auge werden mit feinen Fäden vernäht, die nach einigen Monaten entfernt werden oder auch im Auge verbleiben können. In geeigneten Fällen kann eine Naht unterbleiben und die Wunde verschließt sich von selbst.
Postoperative Kontrollen sind zur Beobachtung des Heilungsverlaufs unumgänglich und aus diesem Grund gewissenhaft einzuhalten.

Muss ich Nachsorge-Termine wahrnehmen?

Bitte nehmen Sie die Kontrolluntersuchungen ernst, sie haben nicht unwesentlich Einfluss auf das Gesamtergebnis nach der Operation. Sie stellen sich jeweils am ersten postoperativen Tag in unserem Zentrum zur Kontrolle vor. Danach überweisen wir Sie für die weitere Nachsorge gerne zu Ihrem betreuenden Augenarzt.

Wie lange falle ich nach der Operation aus?

Nach der Operation sollten Sie sich mindestens 4 Wochen schonen. In dieser Zeit sind auch sportliche Anstrengungen, Sport, Solarium, Sauna oder Schwimmbäder zu meiden. Die Teilnahme am Straßenverkehr ist erst wieder möglich, sobald sich ein ausreichendes Sehvermögen an beiden operierten Augen eingestellt hat.

Was ist, wenn erst ein Auge behandelt wurde? Beeinträchtigt dies nicht die Sehkraft des gesunden Auges? Erhält man eine spezielle Brille?

Man bekommt bis zur operativen Behandlung des zweiten Auges eine Kontaktlinse oder eine entsprechende Brille. Allerdings kann es in der Zeit zwischen der Operation des einen und des anderen Auges aufgrund der (starken) Ungleichheit beider Augen zu Störungen des beidäugigen Sehvermögens kommen. Eventuell kann in dieser Zeit auch das Führen eines Kraftfahrzeugs unmöglich sein. Bitte beachten Sie auch, dass Sie eventuell Einschränkungen in Ihren beruflichen und privaten Tätigkeiten hinnehmen müssen.

Wie überbrücke ich die Zeit zwischen den Operationen beider Augen?

Falls die Implantation der Kunstlinsen nicht innerhalb von wenigen Tagen an beiden Augen durchgeführt werden kann, empfehlen wir folgendes Vorgehen:
Kontaktlinsenträger überbrücken diese Zeitraum ohne nennenswerte Probleme indem sie ihre Kontaktlinse auf dem noch nicht operierten Auge weitertragen. Brillenträger müssen in diese Zeit entweder das noch nicht operierte Auge unkorrigiert lassen, oder die alte Brille weitertragen, welche dann aber auf dem schon operierten Auge ein unscharfes Bild erzeugt.

Kann durch einen grünen Star auch ein grauer Star ausgelöst werden?

Ja, das kann tatsächlich passieren. Allerdings ist dies immer abhängig von der Ausprägung des grünen Stars. Wenn zum Beispiel der Augeninnendruck nicht langsam steigt, sondern sich in Form eines Anfalls rasch erhöht, können Eintrübungen auf der Linse zurückbleiben, sogenannte Glaukomflecke.
Es kann aber auch sein, dass eine immer weiter fortschreitende Eintrübung der Linse zu einem Glaukomanfall führt.

Was geschieht vor Operationsbeginn?

Während der gesamten Aufenthaltszeit werden Sie von geschulten Mitarbeitern betreut. Vor der Operation wird Ihnen zunächst ein Pupillen erweiterndes Medikament in das zu operierende Auge getropft. Wenn Sie am Operationstag Beruhigungsmittel wünschen, dann müssen Sie nach der Verabreichung von einer Begleitperson abgeholt werden. Vor dem Betreten des OP-Bereichs erhalten Sie von uns aus Hygienegründen spezielle Einmalkleidung, die über Ihre Kleidung angelegt wird.

Im Vorbereitungsraum werden Sie örtlich betäubt und anschließend in den Operationssaal gebracht. Eine Abdeckung mit sterilen Tüchern sorgt dafür, dass keine Keiminfektion möglich ist Während der Operation erhalten Sie durch einen Schlauch zusätzlichen, reinen Sauerstoff und werden die ganze Zeit vom Operations-Team überwacht.

Wie läuft die Operation ab?

Während der gesamten Zeit werden die Augenlider mit einer feinen Klammer auseinander gehalten, damit das spezielle Operationsmikroskop angewendet werden kann. Um einer Trocknung des Auges entgegenzuwirken, wird auf die Augenoberfläche in einer gewissen Regelmäßigkeit Benetzungsflüssigkeit getropft.

Erster Schritt: Durch einen kleinen Schnitt werden der Augapfel und dann die hauchdünne Hülle (Linsenkapsel), die die Linse umgibt, eröffnet, um das getrübte Linsenmaterial entfernen zu können. Dies ist mit der Phakoemulsifikation möglich, bei der ein Spezialgerät das Linsenmaterial durch feinste Ultraschallschwingungen zerstäubt und gleichzeitig absaugt.

Zweiter Schritt: In die leere Linsenhülle (Kapselsack) wird dann die Kunstlinse eingesetzt. Das Zerstäubungsverfahren hat den Vorteil, dass der Augapfel während der Operation nur wenig eröffnet werden muss und diese kleine Öffnung sich von selbst wasserdicht verschließt. Feinste Nähte (nur Hundertstelmillimeter dick) können zusätzlich Sicherheit bieten.

Letzter Schritt: Am Ende des Eingriffs wird ein schützender Augenverband angelegt. Dieser verbleibt bis zur Kontrolle am nächsten Tag. Häufig taucht die Frage auf, ob das Auge für die Operation aus der Augenhöhle entnommen wird und ob während der Operation Laserstrahlen zum Einsatz kommen. Beides ist nicht der Fall.
Die implantierte Kunstlinse wird vom Körper gut vertragen (es sind keine allergischen Reaktionen bekannt) und kann aus diversen Materialien wie z. B. Silikon oder Acryl bestehen. Außerdem muss die Linse nicht gewechselt werden und begleitet Sie von nun an Ihr Leben lang.

Können Komplikationen auftreten?

Bei jedem chirurgischen Eingriff ist ein gewisses Restrisiko gegeben. Die Kataraktoperation ist jedoch als ein sicherer Eingriff zu werten, der 90-95% ohne Komplikationen verläuft.

Die Kataraktoperation nach heutigem Standard ist ein sehr sicherer Eingriff. Jedoch ist bei jedem In 5 - 10 % kann es leichte bis schwere Komplikationen geben, welche hauptsächlich behandelbar sind: Augendruckschwankungen können mit Tabletten oder Augentropfen behandelt werden, eine Wundschwellung der Hornhaut verschwindet erfahrungsgemäß nach einiger Zeit von selbst. Alle Komplikationen sind in der Regel lösbar, in seltenen Fällen muss noch mal operiert werden. Das Risiko liegt heute unter 1:1000 einen schweren irreparablen Sehverlust bis hin zur Erblindung zu erleiden, wenn Sie sich am Auge operieren lassen. Ursachen hierfür sind im Wesentlichen eine schwere Infektion (Endophthalmitis) oder eine massive Blutung der Aderhaut.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Tragen Sie den Verband am Tag der Operation sowie in der Nacht den Verband, damit Ihr Auge keine Reibung von außen erfährt. Nach der Abnahme des Verbands sehen Sie nicht gleich ganz klar. Das ist ganz normal, da das Auge aufgrund der Operation entzündet und oberflächlich geschwollen ist. Nach 6 bis 8 Wochen ist der Heilungsverlauf der Staroperation endgültig abgeschlossen.

Verband: Dieser muss normalerweise nur eine Nacht getragen werden. Sie können dann am nächsten Morgen entweder selbst den Verband entfernen oder Ihr Augenarzt ist bei der Nachkontrolle gerne dabei behilflich.

Augentropfen: Eine zuverlässige Handhabe bei den verordneten Augentropfen ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg und Heilungsverlauf einer Augen-Operation. Die Dauer und Regelmäßigkeit des Eintropfens wird mit dem Augenarzt besprochen. Übrigens: Da ein Auge nur eine bestimmte Menge an Flüssigkeit aufnehmen kann, ist die Gefahr eine Überdosierung nicht gegeben.

Berührung des Auges: Leichte Berührungen des Auges sind während des Heilungsprozesses (ca. 6 bis 8 Wochen) in Ordnung, solange kein direkter Druck auf das Auge ausgeübt wird oder es gar stark gerieben wird.

Wasser: Dem normalen Waschen des Gesichts und dem Haarewaschen steht bereits wenige Tage nach der Operation nichts mehr im Wege, solange Sie behutsam vorgehen. Sie sollten nur in den ersten Wochen so weit wie möglich vermeiden, das Auge mit Seife in Berührung zu bringen. Der Besuch eines Schwimmbades ist zwar mit einer wasserdichten Brille theoretisch möglich, sollte aber wenn möglich für die ersten Wochen ganz vermieden werden.

Autofahren: Da von Ihrer Sehschärfe u.a. Ihre Reaktionsfähigkeit abhängt, sollten Sie mit Ihrem Augenarzt zuvor sprechen, ab wann Sie wieder am aktiven Straßenverkehr teilnehmen können.

Neues Sehvermögen und Brille: Da die implantierte Linse erst in ihre endgültige Position „einwachsen“ muss, kann sich das Sehvermögen nach der Operation noch etwas verändern. Spätestens nach dem 6- bis 8-wöchigen Heilungsprozess ist eine genaue Feststellung der Sehschärfe möglich und eine Fern- und/oder Lesebrille kann bestimmt werden. Bis zur endgültigen Brillenkorrektur können ohne Probleme die alte Brille oder auch gar keine Brille getragen werden. Hier ist einzig der eigene Wohlfühlfaktor entscheidend

Körperliche Aktivität: In der ersten Woche nach der Operation ist es ratsam, dass Sie auf körperliche Aktivitäten wie bücken und Gewichte tragen verzichten, wenn diese über den normalen Umfang hinaus reichen. Beginnen Sie am besten langsam steigend mit der körperlichen Aktivität, insbesondere beim Sporttreiben. Verspüren Sie am operierten Auge einen Druck oder Schmerzen, müssen Sie die Aktivität sofort beenden bis Sie wieder länger beschwerdefrei sind. Grundsätzlich ist es bei Ballsportarten anzuraten, das Auge durch eine Brille zu schützen.

Flimmern oder Kratzen: Wenn Sie in der Zeit nach der Operation ein Flimmern oder Zittern des Bildes am operierten Auge bemerken, ist dies kein Grund zur Sorge: die Kunstlinse ist anfangs noch etwas wackelig. Bis zum kompletten Einwachsen der Linse kann zusätzlich deren Kante bei bestimmtem Lichteinfall halbmond- oder sichelförmige Reflexe hervorrufen. Diese Symptome verschwinden dann von alleine. Der Operationsschnitt oder die Austrocknung der Augenoberfläche durch die kortisonhaltigen Augentropfen können für ein Kratzen oder ein gewisses Fremdkörpergefühl sorgen. Solche Beschwerden können mit „künstlichen Tränen“ (als Augentropfen oder – gel) gelindert werden.

Nähte: Falls Ihre Operationswunde mit Nähten verschlossen werden muss, informiert Sie Ihr Augenarzt über den weiteren Verlauf. Entweder können diese nach einiger Zeit von ihm entfernt werden oder der Körper baut die Nähte mit der Zeit von selbst ab.

Kontrolluntersuchungen: Eine augenärztliche Kontrolle wird nach einer ambulanten Operation am ersten Tag danach empfohlen. Bei stationären Operationen sollten Sie Ihren Augenarzt auf jeden Fall innerhalb der ersten Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus aufsuchen. Ihr Augenarzt spricht mit Ihnen individuell ab, wann und in welcher Frequenz anschließende Kontrolluntersuchungen nötig sind.

Wichtig: Spüren Sie ein drastische Verschlechterung jeglicher Art (z. B. Schmerzen, Sehverschlechterung, Lichtblitze, stark gerötetes Auge), müssen Sie zeitnah Ihren Augenarzt aufsuchen! Wenn Sie nach vollständiger Abheilung keinerlei Beschwerden haben, sind trotzdem regelmäßige Kontrollen wegen Ihrer gesundheitlichen Sicherheit nötig.
Die hier gegebenen Hinweise gelten für den Regelfall. Sollte im Einzelfall ein abweichender Verlauf vorliegen, so wird Ihr Augenarzt Ihnen persönlich die auf Ihren individuellen Fall bezogenen notwendigen Hinweise geben.

Was ist der Graue Star? Wie und warum bekommt man ihn?

Der Graue Star – auch „Katarakt“ genannt - bezeichnet eine Trübung der Augenlinse. Die häufigste Ursache ist ein natürlicher Alterungsprozess wie z.B. die Faltenbildung der Haut, weshalb der Graue Star eigentlich nicht als Krankheit bezeichnet werden kann. Da die Linse ein Leben lang wächst und sich den körperlichen Voraussetzungen anpassen muss, kommt es mit der Zeit zu einer Verdichtung und damit resultierenden Trübung des Linseninneren. Da jeder Mensch individuell ist, ist das Ausmaß des Grauen Stars bei jedem unterschiedlich bemerkbar.
Häufig tritt der Altersstar bei Menschen ab dem 65. Lebensjahr auf. Je nach Veranlagung kann er aber auch schon früher auftreten. Weitere, jedoch viel seltenere Ursachen für einen Grauen Star sind z. B. Verletzungen, chronische Entzündungen des Augeninneren und angeborene Linsentrübungen.

Wie wird der Graue Star festgestellt?

Hierfür ist eine gründliche Gesamtuntersuchung Ihres Auges nötig. Ihr Augenarzt kann anhand eines Sehtests eine mögliche Beeinträchtigung der Sehschärfe und/oder eine veränderte Brillenstärke feststellen. Mit der Spaltlampe kann die Augenlinse selbst (nach der Erweiterung der Pupille durch Augenmedikamente) auf Anzeichen des Grauen Stars untersucht werden. Anhand weiterer Untersuchungen kann Ihr Augenarzt dann abschätzen, inwieweit Sie betroffen sind und ob eine Operation nötig ist.

Wie bemerkt man selbst den Grauen Star?

Wenn Ihre Linse getrübt ist, dann sehen Sie so, als ob Ihre Brille schmutzig oder beschlagen wäre. Darüber hinaus sind Sie verstärkt blendempfindlich, was oft beim nächtlichen Autofahren auffällt. Es gibt verschiedene Formen der Linsentrübung, die auch unterschiedlich schnell fortschreiten, weshalb jeder Mensch die Beschwerden individuell wahrnimmt. Besondere Formen der Linsentrübung äußern sich in einer zunehmenden Kurzsichtigkeit: Ihre Brille passt nicht mehr oder Sie sehen gar ohne Brille besser als mit.

Wann muss operiert werden?

Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt ab der Feststellung des Grauen Stars, an dem Sie operiert werden müssen. Erklärt der Patient, dass er von der Trübung subjektiv im Alltag beeinträchtigt ist, wird der beratende Augenarzt mit ihm persönlich das wann und ob der Operation besprechen.

Was kann man außer einer Operation noch tun?

Medikamente können beim Grauen Star nicht helfen. Einzig die Operation, bei der eine künstliche Linse die getrübte Linse ersetzt, ist die beste Lösung. Entscheiden Sie sich gemeinsam mit Ihrem Augenarzt zunächst gegen eine Operation, sind regelmäßig Kontrolluntersuchungen anzuraten. Ist der Graue Star in einem sehr fortgeschrittenem Stadium, verursacht er ein zunehmend höheres Operationsrisiko und kann im Extremfall zu bedrohlichen Komplikationen für das Auge führen. Falls Sie Autofahrer/in sind, muss der Augenarzt bei der angeführten Kontrolluntersuchung überprüfen, ob Sie nicht zu blendempfindlich sind und die vorhandene Sehschärfe Sie nicht im Straßenverkehr beeinträchtig. Vorübergehend kann in bestimmten Fällen eine neue Brille noch helfen.

Ist man nach der Operation nicht mehr auf die Brille angewiesen?

Es kann in keiner Form Brillenfreiheit garantiert werden, jedoch ist eine verbesserte Lebensqualität bei allen Patienten zu spüren. Hier eine ausführliche Erklärung zum warum:

Ihre natürliche Linse wird gegen eine Kunstlinse ausgetauscht, deren Stärke und somit auch die Brechkraft zuvor individuell berechnet wird und so auch vorher bestehende Fehlsichtigkeiten ganz oder teilweise ausgleichen kann. Deshalb kann man operativ von der Kurzsichtigkeit in die „Normalsichtigkeit“ wechseln, so dass Sie entfernte Dinge ohne optische Hilfe sehen können. Eine Kunstlinse kann allerdings keine Naheinstellung (Akkommodation) leisten, wie es die junge natürliche Linse kann. Deshalb bleibt auch nach einer Kunstlinsenimplantation weiterhin eine „normale Altersweitsichtigkeit“ bestehen, weshalb Sie zu einer Lesebrille als Hilfsmittel greifen müssen. Soll allerdings ohne Brille eine gute Nahsehschärfe erreicht werden (z. B. Lesen ohne Brille), so wird man das Auge mit der Kunstlinse auf eine gewisse Kurzsichtigkeit einstellen. Dann braucht man aber natürlich eine entsprechende Fernbrille.
Dem Patient wird also die Entscheidung überlassen, in welchem Bereich (Ferne, Nähe oder Zwischenentfernungen) er auch ohne Brille möglichst scharf sehen möchte.
Eine Einstellung mehr für die Ferne als für die Nähe bevorzugen normalerweise jene Mensche, die früher keine, eine schwache oder zur zum Lesen eine Brille brauchten oder Kontaktlinsen dies korrigierten.
Kurzsichtige Menschen hingegen möchten den Vorteil einer guten Sehfähigkeit in der Nähe ohne Brille nicht aufgeben und lieber die Fernbrille behalten. Besteht eine starke Kurzsichtigkeit, wird man diese aus demselben Grund meist bis auf ca. -2 bis -3 Dioptrien abschwächen, was ohne Brille einen Leseabstand von 30 - 50 cm erlaubt.
Wichtige Zusatzinfo: Ihre Entscheidung sollte darauf beruhen, in welcher Entfernung Sie am liebsten auch ohne Brille gut sehen möchten. Alle Entfernungen kann man immer mit einer entsprechenden leichten Zusatzbrille für die Ferne, Nähe oder mit Gleitsicht scharf sehen.
Der „brillenlose Sehbereich“ kann durch eine raffinierte Optik mit multifokalen Linsen vergrößert werden. Diese sind für Patienten geeignet, die keine Brille mehr tragen möchten, dafür aber gewisse Kompromisse bei der 100%-igen Bildqualität eingehen. Andere Sonderlinsen können z.B. auch eine Hornhautverkrümmung ausgleichen.
Allgemein muss erwähnt werden, dass eine Reihe von physikalischen (z. B. Messgenauigkeit), technischen (z. B. Herstellungsgenauigkeit) und biologischen (z. B. Bau des Auges) Faktoren das genaue Erreichen der geplanten Brechkraft nicht garantieren können, da diese außerhalb des Einflussbereiches liegen. Wenn z.B. eine Ferneinstellung gewünscht wird, kann trotz gewissenhafter Planung eine Restfehlsichtigkeit verbleiben, welche eine schwache Fernbrille erfordert
Welche Linsenimplantation für Sie in Frage kommt, können Sie am besten in einem persönlichen Gespräch mit dem Augenarzt herausfinden.

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