Hornhauttransplantation

Hornhauttrübung, -narben, -verkrümmung, Keratokonus

Die Hornhaut, die als "Fenster" das Auge nach vorne begrenzt, muss vollkommen gleichmäßig gekrümmt und völlig klar sein, damit die einfallenen Lichtstrahlen auf der Netzhaut ein korrektes Bild ergeben. Durch krankhafte Alterungsvorgänge, Entzündungen, Verletzungen und erblich bedingte Verformungen werden die natürlichen Eigenschaften der Hornhaut nachteilig beeinflusst. Das führt zu einer Abnahme der Sehschärfe. Bei dem Krankheitsbild "Keratokonus" handelt es sich um eine kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut, die zu einer unregelmäßigen Verkrümmung führt, und das Auge kurzsichtig macht.

Je nach Art und Tiefe der Hornhautveränderung werden im Augenzentrum Prof. Zirm verschiedene Behandlungsmethoden eingesetzt:

Hornhauttransplantation (Keratoplastik):

In manchen Fällen ist der Ersatz der eigenen Hornhaut durch Spendergewebe die einzige Möglichkeit, um eine zufriedenstellende Sehfähigkeit herzustellen. Hornhauttransplantationen werden bei unregelmäßigen Hornhautverkrümmungen, Hornhauttrübungen und Hornhautnarben durchgeführt. Die erste erfolgreiche Hornhauttransplantation der Medizin gelang übrigens zur Jahrhundertwende dem Augenchirurg Dr. Eduard Zirm, dem Großvater von Univ.-Prof. Dr. Mathias Zirm. Es werden zwei Arten von Transplantationen unterschieden:

  • Bei der perforierenden Hornhauttransplantation wird die Hornhaut in ihrer gesamten Dicke entfernt und durch eine Spenderhornhaut ersetzt. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und dauert ca. 2 Stunden. Nach etwa einem 3/4 Jahr werden die Nähte entfernt - bis dahin ist die Sicht eingeschränkt.
  • Bei der lamellierenden Hornhauttransplantation wird lediglich ein Läppchen der Hornhaut, in dem sich die optischen Störungen befinden, entfernt und durch ein entsprechendes Spenderläppchen ersetzt. Die von Univ.-Prof. Dr. Mathias Zirm entwickelte Free-Flap-Transplantation erweist sich derzeit als die beste Methode zur Entfernung oberflächlicher Hornhautnarben, da hierbei die Hornhautdicke erhalten bleibt. Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden, Nähte sind nicht erforderlich. Bereits nach einigen Tagen stellt sich ein verbessertes Sehvermögen ein.

Refraktive Rotationskeratoplastik (RRK):

Bei dieser ebenfalls von Univ.-Prof. Dr. Zirm entwickelten Behandlungsmethode werden durch die Drehung eines Hornhautscheibchens Schäden wie Trübungen, Narben oder optische Fehler aus dem Zentrum der Hornhaut in die Peripherie weggedreht (rotiert). Die Störung wird an den Rand verschoben, die Sehkraft nicht mehr beeinträchtigt. Mit Hilfe eines sogenannten Hornhauthobels (Corneal Shaper) trennt der Chirurg ein genau berechnetes Hornhautläppchen ab und dreht es in die richtige Position. Da kein Spendergewebe benötigt wird, entfällt das Risiko einer Abstossungsreaktion.

Hornhautendotheltransplantation (DSEK)

Patient B.F. Befund vor der Endotheltransplantation (DSEK)

93 Jahre nach der ersten erfolgreichen Hornhauttransplantation war es der Holländer Dr. Gerrit Melles, der die Idee eines Ersatzes der unteren Hornhautschichte erfolgreich realisierte. In der Folge modifizierte der Amerikaner Dr. Francis W. Price in Indianapolis diese Methode.

Als erster europäischer Augenchirurg studierte Univ.-Prof. Dr. Mathias Zirm dieses Verfahren in der Klinik der Price Vision Group in Indianapolis und etablierte als erster in Mitteleuropa dieses Verfahren in der ZIRM Privatklinik (Innsbruck). Am 31. Juli 2006 wurden die Patienten Andrea P. und Fritz B. mit einem neuen Hornhautendothel versorgt. Am Ende des unter örtlicher Betäubung (Tropfanästhesie) durchgeführten Eingriffs war die neue Zellschichte mit der Patientenhornhaut verbunden und ernährte die zuvor eingetrübte Patientenhornhaut. Am Tag darauf war das Hornhautgewebe deutlich klarer. Beide Patienten waren schmerzfrei.

Patient B.F. 1 Tag nach der Endotheltransplantation

Das Endothel an der Rückseite der Hornhaut ist eine Zellschichte, die sich noch im Mutterleib entwickelt und von der Geburt an bis zum Tod nicht mehr ersetzt werden kann. Schäden, wie durch Verletzungen, Anfälle von Grünem Star, erblich bedingter Mangel an Endothelzellen aber auch unglücklich verlaufene Operationen (z.B. Star-Operationen) führen zu einem Endothelzellverlust. Die Folgen sind die Eintrübung der Hornhaut und eine schmerzhafte Blasenbildung an der Hornhautoberfläche.

Patient P.A. Befund vor der Endotheltransplantation

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung war bisher nur der vollständige Ersatz der Hornhaut zur Rettung des Augenlichtes und der Vermeidung schmerzhafter Zustände möglich. Eine derartige "durchgreifende" Hornhauttransplantation (perforierende Keratoplastik) in Vollnarkose hat bis heute das hohe Risiko einer Abstoßungsreaktion. Zudem muss der Patient in häufiger ärztlicher Kontrolle bleiben, um die Hornhautnaht und das Einheilen des Tansplantates durch 12 Monate kontrollieren zu können. Erst dann wird der Hornhautfaden gezogen und eine Kontaklinse zur Behebung des meist hohen postoperativen Astigmatismus verordnet.

Patient P.A. unmittelbar nach der Endotheltransplantation

Im Gegensatz dazu verläßt der in Tropfanästhesie operierte Patient nach einer Stunde beschwerdefrei die Klinik. Lediglich ein Augenverband deutet auf einen operativen Eingriff hin. Tags darauf wird mit dem Hornhautmikroskop (Spaltlampe) erstmals das Patientenauge begutachtet. Zu diesem Zeitpunkt soll an der Rückseite der Hornhaut das neue Hornhautendothel sichtbar sein. Lediglich ein nur mit einem Spezialmikroskop erkennbarer Schatten (siehe nebenstehende Abbildungen) trennt die eigene von der fremden (Spender)Hornhaut.

Ein Tag nach der ersten Hornhautendothel-Transplantation in der ZIRM Privatklinik (v.l.n.r. Fritz B., Andrea P., Mathias Zirm)

Jährlich werden circa 100.000 Hornhauttransplantationen weltweit durchgeführt. Laut Wikipedia würden etwa 10.000.000 Menschen wegen verschiedener Erkrankungen von einer Hornhauttransplantation profitieren. Etwa 50% sind wegen der Schädigung des Hornhautendothels notwendig. Nach Schätzung der Price Vision Group sind 50% aller durchgreifenden Hornhauttransplantationen durch die neue Hornhautendotheltransplantation (DSEK) vermeidbar. Dr. Price hat bis heute 400 dieser Operationen erfolgreich durchgeführt und lehrt seither weltweit diese Technik.

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