Symptome von Keratokonus

Erste Anzeichen sind häufige Brillenkorrekturen mit Veränderung der Achse und wechselnder Sehstärke sowie eine zunehmende Hornhautverkrümmung, oft zunächst an einem Auge. Da es sich um eine seltene Krankheit handelt, werden die Symptome im Anfangsstadium oft nicht dieser Augenkrankheit zugeordnet. Die meisten Betroffenen haben einen jahrelangen Wechsel von verschiedenen Augenärzten hinter sich, bis sie auf einen treffen, der die Erkrankung erkennt. Bei Keratokonus sehen die Betroffenen, zum Teil nur auf einem Auge, Phänomene wie z. B.: „Doppeltsehen von Gegenständen“ (monokulare Diplopie), zusätzliche Schatten an Buchstaben und Gegenständen, sowie Schlieren oder sternförmige Strahlen, die von Lichtquellen auszugehen scheinen.

Eine sichere Beurteilung der Symptome ist im Anfangsstadium nur durch eine Analyse der Hornhautoberfläche, der Hornhautrückfläche, der Hornhautdicke und ggf. noch einer Zellzahlbestimmung möglich.

Weitere Kennzeichen sind Hämosiderinringe (Fleischer'sche Ringe), bekannt als Keratokonuslinien. Hier tritt eine gelbbraune bis grünbraune Färbung auf, die als halber oder geschlossener Kreis die Basis des Kegels umzieht, sichtbar bei guter Beleuchtung. Während des weiteren Verlaufs können oberflächliche, unregelmäßige Narben und Trübungen wie auch Einrisse in der Descemetschen Membran sichtbar werden und Vogt'sche Linien auftreten.

Der Keratokonus lässt sich in ausgeprägten Fällen vergleichsweise einfach diagnostizieren, indem der Arzt den Patienten nach unten blicken lässt und direkt von oben die kegelähnliche Verformung der unteren Lidkante betrachtet. Mittels des Spaltlampenmikroskops (Spaltlampe), das eine Untersuchung des Auges bei 6- bis 60-facher Vergrößerung in verschiedenen Schnittebenen und unter Beleuchtung erlaubt, sieht man zunächst, eventuell sehr gering ausgeprägt, neben der kegelartigen Verformung der Hornhautmitte Trübungen in den verschiedenen Hornhautschichten sowie vertikal angeordnete Keratokonuslinien. Diese werden durch die veränderte Spannung des Hornhautgewebes hervorgerufen. An der Basis des Kegels werden in 50% der Fälle eisenhaltige Hämosiderin-Ablagerungen (Abbauprodukt des Blutfarbstoffes Hämoglobin) im Gewebe gefunden. Oft besteht eine Überempfindlichkeit der Hornhaut. Mit einem Videokeratoskop oder Hornhauttopographen (computergesteuertes Messgerät zur Erfassung der Oberflächenbeschaffenheit) lassen sich Brechkraftveränderungen exakt messen. Auch mit der Placido-Scheibe (Keratoskop; Beurteilung der Form eines Spiegelbildes auf der Hornhaut) lassen sich typische, konzentrische, das heißt durch einen gemeinsamen Mittelpunkt bedingte Verzerrungen der Linien erkennen.

Bei einem fortgeschrittenen Krankheitsbild lässt sich ein Keratokonus mit bloßem Auge von der Seite erkennen. Wenn es zu einem Hornhautödem (Flüssigkeitsansammlung in der Hornhaut) kommt, liegt ein akuter Keratokonus vor. Dieses kann unter Narbenbildung nach drei bis vier Monaten abheilen.

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